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Meudalismus
Irrwege

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Mindestlöhne

Ein zweischneidiges Schwert verhindert echte Lösungen

von Harald Wozniewski

(2010)

Nähere Infos unter [Modelle/Der Nil] "Wenn das Geld fließt wie der Nil in der Wüste"Der Ruf nach gesetzlich geregelten Mindestlöhnen wird von Jahr zu Jahr lauter (z. B. vom DGB unter http://www.mindestlohn.de/). Angesichts der fortschreitenden Nilentwicklung ist dies auch nur zu verständlich. Während die Geldmenge in Deutschland rasend schnell wächst, stagnieren die Einkommen der meisten Menschen mit der Folge, dass sie volkswirtschaftliche eine zunehmend geringere Rolle spielen. Preiserhöhungen in vielen Bereichen fördern zusätzlich die Verarmung der Menschen mit geringen und stagnierenden Einkommen.

Doch die Forderung nach Mindestlöhnen ist auf mindestens einem Auge blind:

Heiner Geißler plädiert im PHOENIX KAMINGESPRÄCH vom 21.02.10 für Mindestlöhne"
http://www.phoenix.de/content/289522.htm

1. Mindestlöhnen sollen die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Doch die meisten Unternehmen (Arbeitgeber) leiden ebenso wie die meisten Arbeitnehmer unter Geldmangel. Der Blick auf das Nilmodell (oben rechts), wo die Kaufkraft im linken Teil sinkt und am rechten Rand wächst, macht deutlich, dass Unternehmer ebenso wie die Arbeitnehmer, Rentner und Sozialhilfeempfänger von dem Geldschwund betroffen sind, wenn sie zu den Wirtschaftsteilnehmern links von den Gewinnern gehören. Gesetzliche Mindestlöhne hätten in diesen Unternehmen nur den Effekt, dass ein wenig Geld mehr von “einem kleinen Mann” zu “einem anderen kleinen Mann” wandert. Per Saldo ist also nichts gewonnen. Und das Fortschreiten der Nilentwicklung wird nicht verhindert. In [Irrwege/Sozialpartner] “Die Gewerkschaften haben Recht - Und die Arbeitgeber haben auch Recht” habe ich schon 2001 auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht.

2. Eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung liegt nur vor, wenn die Nilentwicklung gestoppt und umgekehrt wird. Dies würde aber durch Mindestlöhne nicht einmal dann erreicht, wenn man versuchte, sie nur in den Unternehmen einzuführen, die unseren Meudalherren gehören. Beispiele:

  • In den Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd werden rund 200.000 Menschen beschäftigt. Die Eigentümer beider Unternehmen führen die Liste der reichsten Deutschen an. Volkswirtschaftlich notwendig ist, dass die Vermögen von Karl Albrecht und den Erben Theo Albrecht sich reduzieren. Deshalb dürften die Mindestlöhne der rund 200.000 Mitarbeiter sogar so hoch sein, dass die Eigentümer Verluste machen. Aber ein solches Mindestlohngesetz “Lex Aldi” wäre eine entschädigungslose und von daher verfassungswidrige Enteignung. Würde man den Meudalherren dagegen einen geringen Ertrag lassen oder zumindest den Vermögensbestand, wäre volkswirtschaftlich nicht viel gewonnen.
  • Bei Unternehmen, die halb einem Meudalherrn und halb einer breiten Bevölkerung gehören, ist sogar noch diese letztgenannte (kleine) Lösung zu einem Fehlgriff. Die BMW AG gehört zu etwa 43% der Familie Quandt. Rund 50% liegen im Streubesitz. Mindestlöhne würden also nur zu 43% die richtigen treffen, aber zu 50% die falschen.

3. Das soeben skizzierte Problem wird noch klarer, wenn man Mindestlöhne nicht nur in “gewohnter” Höhe, sondern in “geldmengenbereinigter” Höhe verlangt, z. B. entsprechend der “durchschnittlichen Bruttoarbeitsverdienste aller Arbeiter” vom 1948. Im Kasten “Aktuelle Zahlen” (oben rechts) sehen Sie, wie hoch dieser Stundenlohn gegenwärtig wäre. Ein Mindestlohn von 7,50 € oder 10,00 € pro Stunde ist viel zu gering, als dass man damit eine volkswirtschaftlich ausreichende Kaufkraft der Mindestlohnempfänger herstellen könnte.

4. Insgesamt ist die Forderung nach Mindestlöhnen volkswirtschaftlich keine brauchbare Lösung. Das eigentliche volkswirtschaftliche Problem, der Meudalismus, wird damit nicht ansatzweise beseitigt.

Die politische Energie, die heute von allen Seiten in das Projekt Mindestlöhne gesteckt wird, wäre besser bei der Bekämpfung des Meudalismus aufgehoben. Jene, die heute Mindestlöhne durchzusetzen versuchen, vergeuden Kraft und Zeit, die wir für die Beseitigung des Meudalismus brauchen. Außerdem führen sie viele Menschen mit auf diesen Holzweg.

 

Leser seit 22.11.2010:

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