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Meudalismus
Irrwege

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Die Geld- und Zinswesenkritik

Mit den Namen Silvio Gesell, Bernd Senf, Helmut Creutz, Wolfgang Berger u.v.a. verbindet sich eine Kritik an unserem Geld- und Kreditwesen, die mancherlei Parallelen zu den von mir dargestellten Befunden aufweist. Gesell und Creutz kritisieren die Anhäufung von Geld bei einzelnen Wirtschaftssubjekten (die Hortung von Geld), die sich auch in meinen Modellen [Modelle/Der Nil] “Wenn das Geld fließt wie der Nil in der Wüste” und [Modelle/Reich ./. Arm] “Einsamer Reichtum basiert auf der Verarmung der Bevölkerung” gezeigt hat. Zur Kritik an der Geldhortung gesellt sich die Kritik an Zins und Zinseszins, zumal diese die Geldhortung noch weiter verstärkten und zu “leistungslosem” Reichtum führten. Beliebt bei manchen Zinskritikern ist auch die bereits bei [Irrwege/Werner] “Das bedingungslose Grundeinkommen nach Götz Werner fördert den Meudalismus” 3.2 diskutierte — unsinnige — Betrachtung, wie viele Zinsen (dort Steuern) “in den Preisen steckten” und wie viel billiger alles ohne diese Zinsen (dort Steuern) wäre.

Die Geldhortung verursache die Wirtschaftskrisen. Es gälte daher, die Geldhortung zu bekämpfen und zwar mit Mitteln, die das Geld in den Händen der Marktteilnehmer mit der Zeit immer wertloser werden (“rosten”) lässt. Insgesamt findet hier eine Fokussierung der Kritik auf den Zins und auf die Geldhortung statt. Andere Aspekte wie die Feudalisierung der Gesellschaft oder die Vermögenskumulation überhaupt fehlen.

Manche Anhänger der Zinskritik meinen, der Zins sei der Hauptfaktor dabei, dass Reichtum von wenigen so schnell wächst und dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht.

Von den Zinskritikern wird oft der “Jesuspfennig” oder “Josephspfennig” angeführt, um die Gefährlichkeit des Zinses beziehungsweise des Zinseszinses zu illustrieren. “Ein berühmtes Rechenbeispiel, das des ‘Jesuspfennigs’, macht die Absurdität der Zinseszinsforderung besonders deutlich: Hätte jemand zu Jesu Geburt, also in unserem Jahre ‘null’, 1 Pfennig mit 5 % Zinsen auf ein Sparbuch gelegt, so könnte der Inhaber dieses Sparbuches heute Anspruch auf den gesamten Erdball inklusive des gesamten Personals erheben — so ungeheuer hoch wäre der Zuwachs inzwischen ausgefallen.”
(http://www.equilibrismus.de/de/themen/wirtschaftsordnung/vf-macht_geld_arm.htm inzwischen obsolet! Siehe jetzt http://de.wikipedia.org/wiki/Josephspfennig) Diese Rechnung ist jedoch Unfug. Zinsen kann jemand nur dann beziehen, wenn ein anderer sie bezahlt. Gerade die vielen Insolvenzen – auch Verbraucherinsolvenzen – machen deutlich, wie viele Zinsen gar nicht realisiert werden können. Das bedenkt die These vom Jesuspfennig leider überhaupt nicht. Außerdem: Wenn in einem Volk alle Menschen sich gleichzeitig ebenso viel Geld ausleihen würden, wie sie verleihen, und deshalb ebenso viel Zinsen zahlen würden, wie sie einnehmen, dann sehe ich überhaupt keinen Ansatz, das Zinswesen zu kritisieren. Weiter übergehen die Zinskritiker, dass man hier und heute auch auf andere “Leihgaben” “Zinsen” zahlt: Mietwohnungen (Mietzins des Vermieters) oder die Überlassung von „Arbeitsplätzen“ (“Gewinn” des Unternehmers). Das hat wirtschaftlich dieselben Effekte wie verzinslich verliehenes Geld, also wie verzinsliche Darlehen.

Schließlich ist der krankhafte Geldumlauf nicht die Ursache unserer Probleme, sondern bereits ein Symptom, die Folge einer Ursache. Wenn die Geldkritiker also mit einer Umlaufgebühr das Geld am Fließen halten wollen, behandeln sie bestenfalls ein Symptom, aber nicht die Krankheit Meudalismus. Zudem ist diese Behandlung nicht sehr vielversprechend, weil die Vermögenskumulationen dadurch nicht verhindert werden können. Hinzu kommt, dass es viel zu leicht ist, die Umlaufgebühr auf Geld zu umgehen, indem man einfach auf andere Zahlungsmittel und Zahlungsmethoden ausweicht. Die Bekämpfung der Geldhortung mittels “Umlaufgebühr” steht auch in Widerspruch zu der Erkenntnis, dass Geld an sich nicht gewinnbringend ist, keine meudalistischen Verhältnisse erzeugt und es daher den Meudalherren durchaus überlassen bleiben kann.

Von einigen Geld- und Zinskritikern ist in jüngster Zeit die “Monetative” als eine vierte staatliche Gewalt entwickelt worden.

Lesen (oder hören) Sie mehr zu alledem unter:

Zinsbeschränkung durch “umlaufgesichertes” Geld? 2003-2007

Der Zins, die Geldschöpfung und der angebliche Wachstumszwang 2010

Die 10 Thesen der GELDMITSYSTEM.org 2011

Kritik an den Thesen der Monetative 2013

Napoleon will dir einmal etwas erklären:
Wie Banken zwar Geld "aus dem Nichts" schöpfen. Warum sie das aber nur können, wenn sie dafür eigene Vermögenswerte einsetzen.
2013

 

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