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Meudalismus
Irrwege

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Friedrich Merz: “Nur mehr Arbeit schafft höheres Wachstum”

und eine Antwort

von Harald Wozniewski

(Juli 2003)

“arbeitfairteilen”
von Groovty Theo Krönert
Mit freundlicher Genehmigung des Komponisten und Sängers

1. Das war am 27. Juni 2003
bei www.cdu.de zu lesen:

FRIEDRICH MERZ
“Nur mehr Arbeit schafft höheres Wachstum”

Fraktionsvize Friedrich Merz hat der Bundesregierung die Unterstützung der Union bei der Modernisierung des Arbeitsrechts angeboten. “Wir müssen dafür sorgen, dass Einstellungen erleichtert” und nicht durch einen “überregulierten Arbeitsmarkt künstlich verhindert werden”, sagte Merz am Donnerstag im Bundestag. Nur wenn in Deutschland wieder mehr gearbeitet werde, entstehe auch mehr Wachstum.
 
In seiner Rede am 26. Juni 2003 (http://www.meudalismus.dr-wo.de/fm-rede-260603.pdf) sagte Merz weiter:
“... die richtige und notwendige Konsequenz ... . Sie lautet: Wir müssen die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit die Menschen in diesem Land zur Erhaltung des Sozialprodukts und des Wohlstand in Zukunft wieder mehr arbeiten.”

“Es geht also darum, dass wir in Zukunft gemeinsam wieder ein höheres Sozialprodukt erwirtschaften, indem wir mehr arbeiten. Mehr Arbeit schafft ein höheres Wachstum und nicht umgekehrt.”

“Wenn wir mehr arbeiten müssen, dann wird es auch mehr Arbeitsplätze geben. Sie wird es nicht in der Schattenwirtschaft geben und es wird auch nicht mehr Überstunden geben, sondern sie wird es, wenn die Betriebe eine Perspektive erkennen, in regulären Beschäftigungsverhältnissen geben. Dadurch entsteht mehr Arbeit und durch mehr Arbeit entsteht mehr Wachstum in Deutschland.”

2. Was ist von alledem zu halten?

Friedrich Merz sagt also, dass die Menschen in Deutschland wieder mehr arbeiten müssten, damit das Sozialprodukt und der Wohlstand erhalten werden. Ein Monarch aus vergangenen Jahrhunderten hätte sinngemäß das gleiche gewollt. Von wessen Wohlstand redet Merz hier? “Sozialprodukt” ist kein Begriff des Einzelnen, sondern des Gemeinwesens. Der Einzelne soll also nicht arbeiten, damit es ihm besser geht, sondern irgendwelchen anderen. Wenn Menschen in Arbeitsverhältnissen arbeiten, wessen Wohlstand wird dann gemehrt? Natürlich kommt die Arbeit erst einmal dem Unternehmer zugute. Und es gibt einige Unternehmer, für die sehr sehr viele Menschen arbeiten. Will Merz also, dass es den Unternehmern wieder besser geht? Und dafür will er “die gesetzlichen Grundlagen schaffen”?

Friedrich Merz behauptet, dass mehr Arbeit ein höheres Wachstum schafft und nicht umgekehrt.

Richtig ist, dass höheres Wachstum nicht mehr Arbeit schafft. Volkswirte meinen zwar zu Recht, dass durch die zunehmende Automatisierung der Arbeitswelt Arbeitskräfte freigesetzt werden und dass die Verhinderung von Arbeitslosigkeit wirtschaftliches Wachstum “voraussetzt”. Hier wird aber ein Kausalzusammenhang suggeriert, der so nicht existiert. Wachstum hat nicht das Sinken der Arbeitslosigkeit zur Folge.

Aber auch umgekehrt besteht kein Kausalverhältnis, wie Merz behauptet. Weder ist das eine die Folge des anderen, noch ist es umgekehrt. Sowohl Wachstum bzw. Konjunkturkrise als auch Arbeitslosigkeit bzw. Vollbeschäftigung haben vielmehr eine andere (freilich sogar gemeinsame) Ursache. Ursache von Arbeitslosigkeit und von Rezession ist eine krankhafte Veränderung im Geld- und Güterfluss einer Volkswirtschaft. Diese krankhafte Veränderung zeichnet sich aus durch eine unverhältnismäßige Einkommenskonzentrationen bei einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft. Hierdurch entsteht ein Geldfluss, den man am besten mit dem Nil in der Wüste vergleicht. Die Krankheit heißt moderner Feudalismus.

Wenn Friedrich Merz außerdem meint, dass es mehr Arbeitsplätze geben wird, “wenn wir mehr arbeiten müssen”, dann hat er wohl nicht verstanden, unter welchen Umständen ein Unternehmer nach Abschaffung der Sklaverei überhaupt “Arbeitsplätze” zur Verfügung stellt. Mit “mehr arbeiten müssen” hat das jedenfalls überhaupt nichts zu tun, es sei denn, Friedrich Merz will wieder die Sklaverei einführen. Das war oben bereits angeklungen.

Soweit Friedrich Merz schließlich die Schwarzarbeit bzw. “Schattenwirtschaft” anspricht, gerät er vollends in Widersprüche. Wenn die Schwarzarbeit also sehr blühen würde, wie hier suggeriert wird, dann müsste es den Menschen eigentlich einkommensmäßig sehr gut gehen, denn sie würden ja entsprechend gut verdienen. Dann hätten wir bereits das hohe Wachstum, dass Merz erst noch erwartet. Angesichts der vielen Insolvenzen von Unternehmen und Privatleuten und angesichts der hohen Verschuldung der privaten Haushalte ist diese These jedoch völlig aus der Luft gegriffen. Die Frage von Schwarzarbeit ist indes keine Frage nach einer gesunden oder kranken Volkswirtschaft, sondern allein eine Frage von Sozialabgaben und Steuern.
 

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