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Meudalismus
Vorwort

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“... und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,”
Aus der Präambel der Schweizer Bundesverfassung
“Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern.”
Art. 123 Abs. 3 Satz 2 der Bayerischen Verfassung

Meudalismus heißt
moderner Feudalismus
(Neofeudalismus, Neufeudalismus)

Dr. Wo September 2009Verehrter Leser!

Gehören Sie zur Mittelschicht? Wahrscheinlich nicht. Denn nach meinen Recherchen (insbesondere [Fakten/Einkommen] “Die Einkommensentwicklung steht Kopf”) ist die sogenannte Mittelschicht in Deutschland so gut wie ausgestorben. Aber Sie können das ja einmal ganz leicht selbst überprüfen.

Wenn Sie zur Mittelschicht gehören, dann verfügen Sie unter anderem über eine mittlere Kaufkraft. Kaufkraft ist nichts anderes als Geld. Da man unter Geld unterschiedliche Dinge verstehen kann und da unsere Überprüfung anders nicht möglich wäre, möchte ich unter Geld nur das verstehen, was die Deutsche Bundesbank als Geldmenge M1 definiert. Hierbei handelt es sich vereinfacht gesagt um das sich im Umlauf befindliche Bargeld (die Kassenbestände der Kreditinstitute sind also nicht mitgezählt) und um die Guthaben auf den Girokonten und Tagesgeldkonten. Termingelder, Gelder auf Sparkonten und ähnliches zählen nicht zu M1, sondern zu M2 bzw. M3. Diese in Deutschland vorhandenen Geldmengen werden monatlich von der Deutschen Bundesbank festgestellt und veröffentlicht. Um die mittlere Kaufkraft zu ermitteln teilen wir diese Geldmengen rechnerisch durch die Zahl der Haushalte, die wir wiederum vom Statistischen Bundesamt erfahren. Die Geldmengen in den öffentlichen Haushalten sind (auch wegen deren hohen Verschuldungen) so gering, dass wir sie hier vernachlässigen können. Die aktuellen Geldmengen pro Haushalt sehen Sie hier in dem Kasten rechts oben.

Bei diesen beachtlich hohen Beträge handelt es sich nicht um Monats- oder Jahreseinkommen, sondern um das in dieser Sekunde in Deutschland pro Haushalt, aber nicht unbedingt bei Ihnen vorhandene Geld. (Lesen Sie mehr dazu in [Fakten/Kaufkraft] “Geld, Kaufkraft und die Einkommensverteilung”). Bei dieser “absoluten Kaufkraft” geht es auch nicht — wie bei der “relativen Kaufkraft” — um das Preis-Leistungs-Verhältnis oder um die Inflation bzw. Deflation, sondern rein um den Geldmengenbesitz und die Geldverteilung.

Zählen Sie also einmal in Ihrem Haushalt zusammen: Für M1 nur Ihr aktuelles Bargeld und Ihr aktuelles Guthaben (sofern vorhanden) auf Ihrem Girokonto und Tagesgeldkonto. Kein Sparkonto, kein oder ähnliches! Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, dann zählen Sie auch das Geld dieses Unternehmens hinzu — bei Anteilen an einem Unternehmen nur den auf Sie entfallenden Anteil am Geld! Wenn Sie also zur Mittelschicht gehören, dann verfügt Ihr Haushalt im (Monats- oder Jahres-) Durchschnitt immer ungefähr über die oben rechts angeführten Beträge. Wenn Sie (wie etwa 95 % der Bevölkerung in Deutschland) durchschnittlich weniger als diesen Betrag haben, dann gehören Sie zu den Verlierern in dieser Gesellschaft. Wenn Sie mehr haben, dann gehören Sie zu den Gewinnern. In Anlehnung an eine gängige Definition gehören Sie zu den Armen in Deutschland, wenn Ihr Haushalt im Durchschnitt weniger als die Hälfte dieser Beträge hat. Ihnen sage ich: “Willkommen im Club!”

Warum so viele Bürger zurzeit von der Wirtschaftskrise persönlich gar nichts merken — mache wundern sich darüber —, liegt schlicht und einfach daran, dass die meisten Bürger sich schon seit Jahrzehnten finanziell “auf so kleiner Flamme kochen”, dass die Krise sich bei ihnen nicht oder kaum auswirkt. Arbeitnehmer merken das (allenfalls) durch Kurzarbeit oder Entlassung. Unternehmer merken das je nach ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung und ihrem Kundenstamm. Discounter dagegen feiern nach wie vor Hochkonjunktur!

Was all das mit dem modernen Feudalismus zu tun hat? Ganz einfach: Als ich den modernen Feudalismus in Deutschland 1999 entdeckt hatte, wurde mir sehr schnell klar, dass nicht nur dem größten Teil der Bevölkerung — also wahrscheinlich AUCH IHNEN! — stetig und unmerklich die (absolute) Kaufkraft verloren geht, sondern dass dies auch binnen weniger Jahre zu einem völligen Zusammenbruch der Binnenwirtschaft in Deutschland führen wird. Die Finanz- und Bankenkrise seit 2007 ist darauf nur ein kleiner Vorgeschmack. Mit dem vor allem durch die Bundesregierung verursachten Aufblähen der Geldmenge M1 von September 2008 bis bis September 2009 um 20% (!) ist die Krise nicht beseitigt, sondern nur verzögert, in den kommenden Folgen aber drastisch verschärft worden.

Dr. Wo am 6.5.2009 mit Martin Schulz (SPD)
Verehrter Leser, Sie werden mit diesen Seiten auf Fakten und Zusammenhänge aufmerksam gemacht, die Sie sonst so in der Öffentlichkeit nicht antreffen. Ihnen wird einiges fremdartig erscheinen, und vielleicht spüren Sie auch, dass Ihr Weltbild oder zumindest Ihr Bild von Deutschland erschüttert wird. Lassen Sie sich nicht erschrecken! Bleiben Sie nüchtern und besonnen!

Wenn Sie die 1960er Jahre und das “Wirtschaftswunder” noch miterlebt haben, dann werden Sie sich vielleicht wundern, dass es seither - trotz des Überflusses an Gütern aller Art - in Puncto Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit, aber auch in vielen anderen Beziehungen stets bergab ging und dass die Politiker - egal welcher Partei - es bis heute nicht geschafft haben, diesen Trend zu stoppen oder gar umzukehren. Ob Sie es glauben oder nicht: Die Politiker haben von dem, was Sie hier lesen werden, keine Ahnung. Sie weigern sich sogar, sich damit zu befassen: Einmal auf der Karriereleiter für Politiker oben angekommen, “wissen” die von Berufs wegen einfach alles besser.

Sie werden hier mit düsteren Aussichten konfrontiert, düster, solange unsere Politiker das Problem nicht angehen. Ludwig Erhard war der letzte, der das Problem 1957 in seinem Buch “Wohlstand für alle” beim Namen nannte. “Es bedeutet wirklich keine Übertreibung, wenn ich behaupte, daß ein auf Verbot gegründetes Kartellrecht als das unentbehrliche ‘wirtschaftliche Grundgesetz’ zu gelten hat. Versagt der Staat auf diesem Felde, dann ist es auch bald um die ‘Soziale Marktwirtschaft’ geschehen. Dieses hier verkündete Prinzip zwingt dazu, keinem Staatsbürger die Macht einzuräumen, die individuelle Freiheit unterdrücken oder sie namens einer falsch verstandenen Freiheit einschränken zu dürfen. ‘Wohlstand für alle’ und ‘Wohlstand durch Wettbewerb’ gehören untrennbar zusammen; das erste Postulat kennzeichnet das Ziel, das zweite den Weg, der zu diesem Ziel führt.” (Wohlstand für alle, 1957, S. 9) Sie werden auf diesen Seiten sehen, dass die soziale Marktwirtschaft nicht mehr existiert und dass einzelnen Staatsbürgern die Macht eingeräumt worden ist, die individuelle Freiheit unterdrücken und namens einer falsch verstandenen Freiheit einschränken zu dürfen. Der Wettbewerb, wie ihn Ludwig Erhard forderte und schützte, existiert schon lange nicht mehr. Meudalherren bestimmen das Schicksal unserer Nation, ja sogar der ganzen Welt.

Die Politiker nach Ludwig Erhard und gerade unsere Politiker heute vermochten und vermögen dieses Problem bedauerlicherweise nicht zu sehen. Die Katastrophe ist bereits da, aber die Politiker begreifen sie immer noch nicht. Sie haben die Katastrophe auch nicht vorhergesehen, obwohl sie bereits vor 10 Jahren beschrieben und prophezeit wurde.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Mut und Ausdauer beim Lesen und Verstehen! Und ich wünsche Ihnen noch mehr Mut und Ausdauer, die kommenden Jahre zu überstehen!

Karlsruhe, den 15.01.2010

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Ihr Dr. Wo
Reiner Kröhnert 2005. Quelle des Clips:
http://www.reiner-kroehnert.de

War da bei Reiner Kröhnert nicht gerade die Rede von George W. Bush? Hören wir doch mal, was der zu dem Thema zu sagen hatte!


Quelle des Clips: http:/www.michaelmoore.com

 

Rundgänge:

Um Ihnen das Durchdringen dieses schwierigen und komplexen Themas zu erleichtern, sind für Sie verschiedene Rundgänge mit unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit angelegt. Ich hoffe, dass dies auch in didaktisch sinnvoller Weise gelungen ist.

 Kurzer Rundgang durch 8 leichte Schriften.
 Längerer Rundgang durch 22 leichte Schriften.
 Mittelschwerer Rundgang mit einer Auswahl wissenschaftlicher Texte.
 Kompletter Rundgang (In der Reihenfolge der Entstehung der Texte).

Beim Anklicken der Symbole, die Sie immer am Ende einer Seite finden, werden Sie zur jeweils nächsten Seite geleitet.

Noch einfache haben Sie es freilich mit den beiden Büchern “Wie der Nil in der Wüste, 2007 und 2009” (siehe auch rechts am Rand), in denen alles didaktisch besser und teilweise ausführlicher aufbereitet ist.

Besondere Hinweise:

  1. Alle nachfolgenden Aufsätze dürfen - ungekürzt und unverändert - beliebig verbreitet werden.
  2. In einigen Aufsätzen werden Excel-Tabellen verwendet. Falls Sie Excel nicht haben, können Sie sich kostenlos den Excel-Viewer (empfohlen) oder OpenOffice herunterladen.
  3. Ich suche Übersetzer für Englisch, Französisch und andere Sprachen!
    (Wenn Sie diese Aufgabe ebenso altruistisch angehen wollen wie ich die meine, m. a. W. ohne Bezahlung, dann sind Sie herzlich eingeladen. Ihre Übersetzung würde ich gerne mit Ihrem Namen als Übersetzer bei meinen Seiten veröffentlichen. Wie viele Seiten Sie übersetzen, ist natürlich Ihnen überlassen. Sind Sie noch interessiert?)
[Vorwort] [Inhalt] [Meudalismus] [Monopoly] [Modelle] [Fakten] [Irrwege] [Lösung] [Appelle] [Netzwerk] [Buch] [Forschung] [Veranstaltungen] [Nachwort] [Pressestimmen] [Impressum]
Mittelschicht?
Der Farbbalken
unten zeigt die
Gesellschafts-
schichten anhand
der aktuellen
Zahlen hier
rechts zu M1.
Weitere Infos
            
schichten
Aktuelle Zahlen:
Geldmengen pro Haushalt /
 Veränderung p.a.:

Bar: 4.688,27 €
M1: 30.783,46 € / +15,4%
M2: 51.421,15 € / + 2,5%
M3: 54.426,66 € / - 2,5%
Vermögen & “Stundenlohn”
des reichsten Deutschen:

17,55 Mrd. € / 491.652,- €
Die 60 DM Kopfgeld 1948
entsprechen heute:

6.244,65 €
Der Bruttostundenlohn
aller Arbeiter von 1948
entspricht heute:
117,61 €
Geldumlaufgeschwindigkeit:
2009 auf 2,0 gesunken
Aktuelle Themen:
Die Finanzkrise
Konjunkturprogamme
Steuersenkungen

50 Jahre nach
Ludwig Erhard
»Wohlstand für Alle«:

*Dr. Jürgen Borchert, Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht
Weitere Infos

Buchdeckel gross mit Rand miniErgänzungs- band 2009

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Zeigen Sie Flagge mit einem T- oder Polo-Shirt und passendem Spruch!

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*Damit läuft Dr. Wo in Karlsruhe herum.

Sie erhalten das “Shirt” schon mit vorbereitetem Text u. a. bei
www.shirtway.de
www.shirtpainter.com
 

 


Welchen Grund dafür, dass unsere Politiker nichts gegen den Meudalismus unternehmen, halten Sie für am gewichtigsten?
Politiker wissen nichts oder zu wenig vom Meudalismus. Es fehlt ihnen dazu an Bildung.
Politiker lassen sich von Meudalisten und Meudalherren blenden.
Politiker lassen sich von Meudalisten und Meudalherren bestechen.
Politiker wissen vom Meudalismus, aber sind zu feige, dagegen anzugehen.
Die Frage stellt sich nicht, denn es gibt keinen Meudalismus.
Die Frage stellt sich nicht, denn die Politiker gehen gegen den Meudalismus vor.
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